Pilotenklasse 2005 - Sprache: DE | FR | IT
Werkbetrieb Fliegerhöhenanlagen
Einteilung
Als ich anlässlich meiner Rekrutierung als «FULW Soldat (Pilotenanwärter)» eingeteilt wurde, hatte ich keine Ahnung was mich dort erwarten würde (FULW = Führungsunterstützung der Luftwaffe). Der zuständige Aushebungsoffizier offenbar auch nicht wirklich, denn die Informationen, die er mir geben konnte, reichten nicht über das hinaus, was man auch auf der Rekrutierungshomepage findet. Nun, man kann es ihm nicht übel nehmen, denn der nach der Armeereform aus der Ik Brigade 34 herausgegangene Lehrverband FULW 34 ist wahrlich ein Exot. So werden bei der FULW Soldaten in ungefähr 12 völlig verschiedenen Fachgebieten ausgebildet, allgemeine Funktionen wie Fahrer, Koch oder Buchhalter nicht eingerechnet. Man findet vom Wettersoldaten über den EKF Spezialisten bis zum Sicherungssoldaten alles.
Mich selbst hat es in die Fachgruppe «Werkbetrieb Fliegerhöhenanlagen» verschlagen. Es handelt sich dabei um eine Art Sicherheitselement auf den Radar- und Richtstrahlanlagen in de Alpen, die zum Teil auf über 3000 m.ü.M. zu finden sind. Vor meiner RS habe ich nicht einmal gewusst, dass es diese Truppe überhaupt gibt. Jedoch war ich sofort angetan und hell begeistert von der Ausbildung, die uns erwarten sollte.
Die Ausbildung
Zu den Aufgeben des Werkbetrieb FH Zuges gehören unter anderem: Gebirgsdienst, sicherstellen von Notabstiegen, Feuerpolizei, Rettungsaktionen im Fall von Feuer auf der Anlage und Betrieb der Seilbahn.
Im ersten Teil der Ausbildung widmeten wir und ganz der Gebirgsausbildung, sprich der korrekten und sicheren Verwendung des eingesetzten Materials. Dies haben wir zunächst in der Umgebung von Dübendorf gemacht. Der Lorenkopf Aussichtsturm und die Wasserfälle in Gibswil erhielten regelmässig Besuch von uns. Darauf folgten die ersten Ausbildungswochen auf den Anlagen. Wir wurden zum Seilbahnmaschinisten ausgebildet, eine Ausbildung die anscheinend auch im Zivilleben gültig wäre. Eine Wintersaison als Gondelpilot in einem Skigebiet wäre also jederzeit eine Option für einen WS Soldaten.
Für das Zivilleben allenfalls wirklich sinnvoll war die darauf folgende Ausbildung: Brandbekämpfung und Rettung bei Untertagbränden. Wir wurden an der üblichen Feuerwehrausrüstung, an diversen Löschgeräten und an einem Kreislaufgerät für den Atemschutz geschult und konnten das Erlernte bei echten Feuern in einem Übungsstollen 1:1 anwenden.
Da die Werkbetrieb FH Offiziere jeweils aus der Sommer-RS rekrutiert werden, finden sich darunter immer Pilotenanwärter. Ich kann diese Funktion augrund der enormen Abwechslung und den einmaligen Augenblicken die die Ausbildung mit sich bringt nur weiterempfehlen.
Bericht verfasst von Godot Gröner